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freecamper: Wenn der Bulli schwimmt

Freecamper0Und plötzlich fährt unser Bulli zwischen Enten auf dem Wasser. Plötzlich plätschern die kleinen Wellen friedlich neben dem Autoreifen. Plötzlich kreist ein Silberreiher über dem Hochstelldach. Plötzlich springt das Licht der großen Ampel von Rot auf Grün, und der Bulli fährt in die Schleusenkammer ein. Das Wasser rauscht herein, der Bulli hebt sich langsam. Kein Traum, sondern ein Ausflug mit dem Freecamper.

Freecamper9Markus Frielinghaus glaubt an diese etwas ungewöhnliche Idee: Ein kleines, motorisiertes Floß trägt einen Bulli, ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen über das Wasser. Markus ist kein Träumer: Er hat Erfahrung im Tourismus nah am Wasser. In Köln studierte er Sport, seine Leidenschaft: Wassersport. Als die Mauer fiel, schaute er mit einem Freund zusammen auf die Landkarte und sah die riesigen blauen Flächen der mecklenburgischen Seen. „Wir haben uns ins Auto gesetzt und sind hingefahren,“ erinnert er sich. Und zumindest er ist geblieben: Seit 1995 betreibt er die Kanubasis Mirow an der Jugendherberge, eine Kanuschule mit angeschlossenem Zeltplatz. Etwas später kam die Segelbasis Salem dazu. Die blaue Uhr an seinem Arm trägt nicht zufällig die Aufschrift „Marine Gear“.

Als Markus zum ersten Mal den Vorläufer des Freecamper sah, erkannte er, dass die Idee noch nicht ausgereift war: Ein Wohnwagen war fest auf das Floß montiert. „Dann haben wir angefangen, die Idee zu entwickeln.“ Wie weit sie gekommen sind, lässt sich in Zehdenick sehen, einem kleinen Hafen nahe einer ehemaligen Großziegelei in Zehdenick an der Havel, eine Autostunde nördlich von Berlin. Sieben Freecamper dümpeln zwischen den Pollern im Hafen. Im Sommer sind sie fast immer ausgebucht.

Freecamper8Über einen Ponton rollt der Bulli langsam rückwärts auf das Floß. Wie ein Fähranleger, nur kleiner – selbst entwickelt, eine von Markus Ideen. Er weist uns ein. „Nicht ruckartig anfahren,“ bittet er und winkt uns etwas weiter nach links. Dann steht der Bulli mitten auf dem „freewatüt“: Den Namen hat sich einer unser Urlaubs-Vorgänger ausgedacht. Markus ist offen für Ideen, Anregungen seiner Gäste – um die Freecamper weiterzuentwickeln. Er zurrt die Reifen fest, und wir legen ab. Wenige Minuten später schippern wir über die Havel. Grün, ruhig, eine ungewohnte Perspektive für Bulli-Urlauber – vom Wasser aufs Land zu schauen. Nach ein paar Kilometern steuern wir links in den Wentowkanal. Markus bugsiert den Freecamper in die enge Schleusenkammer.

Freecamper3„Und, wie finden Sie die Freecamper?“ fragen wir den Schleusenwärter. „Jo, geht so,“ sagt der norddeutsch-nüchtern. „Ganz schön groß, die Dinger. Da kann nicht jeder mit umgehen.“ Später, auf dem engen Wentowkanal, merken wir, was der Schleusenwärter meint: Markus lässt uns steuern. Es braucht ein wenig Übung, Gelassenheit, vielleicht auch Mut, das Floß zwischen den beiden Ufern auf Kurs zu halten.

Wem jede Bootserfahrung fehlt, der muss sich einlassen wollen auf das Abenteuer Freecamper. Das ist der Preis für ein fast surreales Erlebnis: Der Bulli erobert statt Wald und Wiesen die Wasserwelt und wird ein stiller Teil von ihr. Wir treiben auf dem Wentowsee und denken: Hier über nacht vor Anker zu gehen, im Bulli zu schlafen, während die Wellen den Freecamper sanft hin- und herschaukeln, das wäre bezaubernd.

Freecamper12Zugegeben: Dazu kommt es nicht. Wir legen abends an einem Rastplatz an, schon allein, um mal eine Toilette zu benutzen: Coole Camper kommen eben selten mit voll ausgebautem Reisemobil samt Chemieklo. Das kleine Gasthaus zur Fähre bekocht uns mit Bauernfrühstück und Fisch. Und Markus berichtet von weiteren Ideen: Wir wäre ein Campingplatz auf dem Wasser? Mit Pontons, auf denen auch Zelturlauber ankern können? Wäre das nicht wunderbar?

Als wir abends in unsere Schlafsäcke kriechen, schaukelt der Freecamper nicht, so ruhig ist die Havel. Die sanften Wellen erträumen wir uns, bis wir am nächsten Morgen aufwachen, weil ein Boot am Bulli vorbeifährt und das leicht surreale Erlebnis weitergeht. Traumhaft, aber dank Markus kein Traum, sondern Realität.

Billig ist der Ausflug allerdings nicht: Je nach Saison gibt’s das Wochenende auf dem Freecamper (drei Nächte) ab 425 Euro. Für Ende Juni hat Markus noch ein paar Sonderangebote.

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Cool Camping Deutschland durfte den Freecamper probeweise fahren, ohne Mietkosten zu zahlen. Wir veröffentlichen Artikel jedoch nur, wenn wir von einem Angebot überzeugt sind. Cool Camping Deutschland enthält keine bezahlten PR-Artikel. Wir legen Wert auf unsere redaktionelle Unabhängigkeit.

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Leise für´s Lagerfeuer

Nicht jeder kann so gut Gitarre spielen, dass man ohne weiteres daneben sitzen bleiben mag. Den guten Ton besorgen dann kleine Draußen-Lautsprecher: Leise Musik für´s laut prasselnde Lagerfeuer.  Mitsummen ist erlaubt. Dies sind unsere Favoriten für den Camping-Sommer:

Marley ChantUnser Liebling (mit sehr kleinem Abstand vor den übrigen Lieblingen) ist der Marley Chant. Entwickelt vom House of Marley, einer Firma, die Bob´s Sohn Rohan Marley gegründet hat: ein kleines, feines Gerät, das sich über Bluetooth gleich beim ersten Mal mit unserem Handy verbindet. Der Klang prima: überraschend, wieviel Bass in dem kleinen Ding steckt. Zum Songende knackt der Latsprecher manchmal, aber das würde am Lagerfeuer eh niemand hören. Der Chant kommt in einer kleinen Tasche, die zu etwa gleichen Teilen aus Hanf, organischer Baumwolle und recycletem Kunststoff besteht. Mit einem Karabiner lässt sie sich an jedem befreundeten Baum aufhängen. Schick, praktisch und politisch schwer korrekt. Bei Amazon kostet der Marley Chant etwas über 70 Euro.

JBL PulseSehr gern haben wir auch auch den JBL Pulse . Die Bluetooth-Verbindung gelingt nicht beim ersten Mal, aber immerhin beim zweiten. Was den Pulse so schickt macht: Über eingebaute LEDs tritt er in Konkurrenz zum Lagerfeuer und spielt Diskokugel, in unendlich vielen Farben, die rhythmisch auf- und ab- pulsieren. Über kleine Tasten lässt sich sogar noch die Farbe der LEDs auswählen.

Der JBL Pulse ist etwas größer als der Chant, hat keine Tasche, dafür aber ein bisschen mehr Bass. Nichts knackt, super Klang, und so viel Lautstärke, dass man ihn am Lagerfeuer nicht voll aufdrehen könnte. Mehr Wums kostet aber auch mehr Bums: Amazon verlangt knapp 200 Euro für den Pulse.

Thumps Up Touch Speaker Boom BoxWem schon schlecht wird, wenn er von “Bluetooth-Pairing” hört, und wer am liebsten wegläuft, wenn die Verbindung nicht beim ersten Mal gelingt, der hat mit der Thumps Up! Touch Speaker Boom Box den richtigen Freund gefunden: Das Handy wird nur oben auf den Lautsprecher draufgelegt, der die Musik dann verstärkt. Das bedeutet: Wer am Handy ruckelt oder den Lautsprecher bewegt, verändert den Klang. Wenn der Lautsprecher ruhig steht, ist der Klang überraschend gut. Mit dem JBL Pulse und dem Marley Chant kann er aber nicht mithalten: Es fehlt der Bass, Alter. Weniger Bass kostet dafür auch weniger: Bei Amazon ist der Lautsprecher schon für 25 Euro zu haben.

Ruark MR1Die Variante für den Hör-Connaisseur ist der Ruark MR 1. Vielleicht ein wenig zu groß, um ihn auf den kurzen Abenteuer-Trip mitzunehmen. Und er kommt auch noch im Doppelpack für grandiosen Stereo-Klang. Der allerdings hat es in sich: Der Klang ist der Beste der vier hier vorgestellten Lautsprecher. Mit dem Ruark Backpack erklingen die Lautsprecher draußen ohne Stromanschluss. In Walnuss fallen sie unter dem Baum kaum auf, in weiss und schwarz sind sie etwas billiger. Aber auch nur billiger – den High Fidelity im Grünen kommt auch mit hohem Preis.

Cool Camping legt Wert auf seine Unabhängigkeit: Die Testgeräte wurden uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt. Nach dem Test schicken wir sie zurück. Die Auswahl der vorgestellten Geräte folgt redaktionellen Kriterien. Cool Camping Deutschland veröffentlicht keine bezahlten PR-Artikel.

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The Outsiders

Wie wundersam Sprache manchmal trifft. “Outsider” hat im Englischen gleich zwei Bedeutungen: Zum einen beschreibt es “Außenseiter”, zum anderen aber auch Menschen, die sich (dr)außen aufhalten. Und es sind doch eher die Außenseiter, die die Nähe zur Natur suchen. Die beim Camping Gartenzwerge meiden oder gleich Tage und Wochen im Wald leben, sich den Urlaub erpaddeln oder erlaufen – und mit wenig auskommen wollen. Dieses “wenig” hat es allerdings in sich. Denn wer draußen leben will, der braucht nicht in erster Linie Form, sondern Funktion. Zelt, Schlafsack, Rucksack, Messer – so weit wie möglich reduziert auf die Aufgabe in der wilden Natur, ansonsten: leicht, klein, robust. Ist es da ein Wunder, dass es auch vor allem Außenseiter waren und sind, die an solche Dinge glauben, sie entwickeln, hegen und pflegen – und eben nicht die großen Konzerne?

Diesen Außenseitern, und allen “Draußen-Seiern”, ist ein Buch gewidmet, das der Berliner gestalten-Verlag gerade auf den Markt bringt. “The Outsiders” – einfach gesagt: ein Katalog der guten Ideen. Oder eben: eine Hommage an Menschen und Ideen, die eins werden wollen mit der Natur. Die verstehen, dass die Magie der Bäume nicht am Boden liegt, sondern mitten in ihnen, zwischen Ästen und Bättern. Da, wo Eichhörnchen Wald erleben, spüren ihn auch Camper im Tentsile-Baumzelt (siehe oben). Oder in den Tree Tents, die Jason Thawley mit seiner Firma “Luminair” erfunden hat. Drei Meter im Durchmesser, wie ein Kokon für Menschen, die sich im Wald einspinnen wollen, mit Wolle isoliert, und von einem kleinen Holzofen beheizt (siehe unten).

Zugegeben: Viele Ideen aus “The Outsiders” sind nicht billig. Die Tentsile-Zelte zum Beispiel kosten mehr als 500 Euro. Aber sie erfüllen die Versprechen, die wir geben, wenn wir in die Natur aufbrechen: nämlich möglichst keine Spuren zu hinterlassen, und verantwortungsvoll umzugehen mit den Schätzen der Natur. Es sind Dinge wie die Natur. Haltbar – und gemacht, um zu bleiben. Es sind Dinge, die süchtig machen, wie die Natur. So süchtig, dass man einfach bleiben muss.

OpenRoadUnd so erzählt “The Outsiders” auch die Geschichten der Menschen, die die Natur mit Haut und Haaren verschlungen hat. Wie Emily, Adam und ihre Tochter Colette, die aufbrachen, um ein Jahr lang mit einem VW-Bulli von Los Angeles nach Argentinien und zurück zu fahren. Mittlerweile sind daraus schon zwei Jahre geworden, und eine Art, zu leben: “The American Dream – work a good 9 to 5 job, get married, buy a house, have 2,5 kids, buy a bigger & better car work longer to get a promotion, save your money to retire so you can enjoy your life – is an ideal that has no value to us”, erzählen Adam und Emily. (In ihrem Blog Our Open Road gibt´s übrigens die ganze Geschichte.)

The Outsiders ist ein Buch für jeden Moment, in dem die Seele brennt, in dem das Fernweh schmerzt und die Decke auf den Kopf fällt. Für Cool Camping Deutschland ein Bruder im Geiste. Und unser Bücherfreund cohen + dobernigg hat uns auf die Idee gebracht. Dort gibt es The Outsiders für 39 Euro, wie immer versandkostenfrei. (Support your local Buchhändler.)

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