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Leise für´s Lagerfeuer

Nicht jeder kann so gut Gitarre spielen, dass man ohne weiteres daneben sitzen bleiben mag. Den guten Ton besorgen dann kleine Draußen-Lautsprecher: Leise Musik für´s laut prasselnde Lagerfeuer.  Mitsummen ist erlaubt. Dies sind unsere Favoriten für den Camping-Sommer:

Marley ChantUnser Liebling (mit sehr kleinem Abstand vor den übrigen Lieblingen) ist der Marley Chant. Entwickelt vom House of Marley, einer Firma, die Bob´s Sohn Rohan Marley gegründet hat: ein kleines, feines Gerät, das sich über Bluetooth gleich beim ersten Mal mit unserem Handy verbindet. Der Klang prima: überraschend, wieviel Bass in dem kleinen Ding steckt. Zum Songende knackt der Latsprecher manchmal, aber das würde am Lagerfeuer eh niemand hören. Der Chant kommt in einer kleinen Tasche, die zu etwa gleichen Teilen aus Hanf, organischer Baumwolle und recycletem Kunststoff besteht. Mit einem Karabiner lässt sie sich an jedem befreundeten Baum aufhängen. Schick, praktisch und politisch schwer korrekt. Bei Amazon kostet der Marley Chant etwas über 70 Euro.

JBL PulseSehr gern haben wir auch auch den JBL Pulse . Die Bluetooth-Verbindung gelingt nicht beim ersten Mal, aber immerhin beim zweiten. Was den Pulse so schickt macht: Über eingebaute LEDs tritt er in Konkurrenz zum Lagerfeuer und spielt Diskokugel, in unendlich vielen Farben, die rhythmisch auf- und ab- pulsieren. Über kleine Tasten lässt sich sogar noch die Farbe der LEDs auswählen.

Der JBL Pulse ist etwas größer als der Chant, hat keine Tasche, dafür aber ein bisschen mehr Bass. Nichts knackt, super Klang, und so viel Lautstärke, dass man ihn am Lagerfeuer nicht voll aufdrehen könnte. Mehr Wums kostet aber auch mehr Bums: Amazon verlangt knapp 200 Euro für den Pulse.

Thumps Up Touch Speaker Boom BoxWem schon schlecht wird, wenn er von “Bluetooth-Pairing” hört, und wer am liebsten wegläuft, wenn die Verbindung nicht beim ersten Mal gelingt, der hat mit der Thumps Up! Touch Speaker Boom Box den richtigen Freund gefunden: Das Handy wird nur oben auf den Lautsprecher draufgelegt, der die Musik dann verstärkt. Das bedeutet: Wer am Handy ruckelt oder den Lautsprecher bewegt, verändert den Klang. Wenn der Lautsprecher ruhig steht, ist der Klang überraschend gut. Mit dem JBL Pulse und dem Marley Chant kann er aber nicht mithalten: Es fehlt der Bass, Alter. Weniger Bass kostet dafür auch weniger: Bei Amazon ist der Lautsprecher schon für 25 Euro zu haben.

Ruark MR1Die Variante für den Hör-Connaisseur ist der Ruark MR 1. Vielleicht ein wenig zu groß, um ihn auf den kurzen Abenteuer-Trip mitzunehmen. Und er kommt auch noch im Doppelpack für grandiosen Stereo-Klang. Der allerdings hat es in sich: Der Klang ist der Beste der vier hier vorgestellten Lautsprecher. Mit dem Ruark Backpack erklingen die Lautsprecher draußen ohne Stromanschluss. In Walnuss fallen sie unter dem Baum kaum auf, in weiss und schwarz sind sie etwas billiger. Aber auch nur billiger – den High Fidelity im Grünen kommt auch mit hohem Preis.

Cool Camping legt Wert auf seine Unabhängigkeit: Die Testgeräte wurden uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt. Nach dem Test schicken wir sie zurück. Die Auswahl der vorgestellten Geräte folgt redaktionellen Kriterien. Cool Camping Deutschland veröffentlicht keine bezahlten PR-Artikel.

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The Outsiders

Wie wundersam Sprache manchmal trifft. “Outsider” hat im Englischen gleich zwei Bedeutungen: Zum einen beschreibt es “Außenseiter”, zum anderen aber auch Menschen, die sich (dr)außen aufhalten. Und es sind doch eher die Außenseiter, die die Nähe zur Natur suchen. Die beim Camping Gartenzwerge meiden oder gleich Tage und Wochen im Wald leben, sich den Urlaub erpaddeln oder erlaufen – und mit wenig auskommen wollen. Dieses “wenig” hat es allerdings in sich. Denn wer draußen leben will, der braucht nicht in erster Linie Form, sondern Funktion. Zelt, Schlafsack, Rucksack, Messer – so weit wie möglich reduziert auf die Aufgabe in der wilden Natur, ansonsten: leicht, klein, robust. Ist es da ein Wunder, dass es auch vor allem Außenseiter waren und sind, die an solche Dinge glauben, sie entwickeln, hegen und pflegen – und eben nicht die großen Konzerne?

Diesen Außenseitern, und allen “Draußen-Seiern”, ist ein Buch gewidmet, das der Berliner gestalten-Verlag gerade auf den Markt bringt. “The Outsiders” – einfach gesagt: ein Katalog der guten Ideen. Oder eben: eine Hommage an Menschen und Ideen, die eins werden wollen mit der Natur. Die verstehen, dass die Magie der Bäume nicht am Boden liegt, sondern mitten in ihnen, zwischen Ästen und Bättern. Da, wo Eichhörnchen Wald erleben, spüren ihn auch Camper im Tentsile-Baumzelt (siehe oben). Oder in den Tree Tents, die Jason Thawley mit seiner Firma “Luminair” erfunden hat. Drei Meter im Durchmesser, wie ein Kokon für Menschen, die sich im Wald einspinnen wollen, mit Wolle isoliert, und von einem kleinen Holzofen beheizt (siehe unten).

Zugegeben: Viele Ideen aus “The Outsiders” sind nicht billig. Die Tentsile-Zelte zum Beispiel kosten mehr als 500 Euro. Aber sie erfüllen die Versprechen, die wir geben, wenn wir in die Natur aufbrechen: nämlich möglichst keine Spuren zu hinterlassen, und verantwortungsvoll umzugehen mit den Schätzen der Natur. Es sind Dinge wie die Natur. Haltbar – und gemacht, um zu bleiben. Es sind Dinge, die süchtig machen, wie die Natur. So süchtig, dass man einfach bleiben muss.

OpenRoadUnd so erzählt “The Outsiders” auch die Geschichten der Menschen, die die Natur mit Haut und Haaren verschlungen hat. Wie Emily, Adam und ihre Tochter Colette, die aufbrachen, um ein Jahr lang mit einem VW-Bulli von Los Angeles nach Argentinien und zurück zu fahren. Mittlerweile sind daraus schon zwei Jahre geworden, und eine Art, zu leben: “The American Dream – work a good 9 to 5 job, get married, buy a house, have 2,5 kids, buy a bigger & better car work longer to get a promotion, save your money to retire so you can enjoy your life – is an ideal that has no value to us”, erzählen Adam und Emily. (In ihrem Blog Our Open Road gibt´s übrigens die ganze Geschichte.)

The Outsiders ist ein Buch für jeden Moment, in dem die Seele brennt, in dem das Fernweh schmerzt und die Decke auf den Kopf fällt. Für Cool Camping Deutschland ein Bruder im Geiste. Und unser Bücherfreund cohen + dobernigg hat uns auf die Idee gebracht. Dort gibt es The Outsiders für 39 Euro, wie immer versandkostenfrei. (Support your local Buchhändler.)

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Frühblüher

Die meisten Campingplätze machen es wie wir Schönwetter-Camper: Von Oktober bis Ostern motten sie ihre Tipis ein, machen Platz für Schnee auf ihrer Wiese, ziehen den Rezeptions-Bauwagen über den Deich, damit er nicht in den Herbstfluten wegschwimmt. Es gibt jedoch auch diese Plätze, die selbst uns Schönwetter-Camper das ganze Jahr über bezaubern. Und so machen´s manche Camper wie Schneeglöckchen und Tausendschön: Die Frühblüher unter den Blumen stecken ihre Köpfe durch den Schnee. Und die Frühblüher unter den Campern schlagen ihre Heringe in die gefrorene Erde. Hier sind unsere fünf Winterwunderplätze:

Frueblueher-SchnitzmuehleDie Schnitzmühle in Viechtach liegt im Bayerischen Wald, lässt aber trotzdem niemanden erfrieren: Sebastian und Kristian Nielsen haben das Hotel ihrer Eltern übernommen und daraus ein “Adventure Camp” gemacht. Mit Sauna und Wellness-Oase. Und wem´s dabei noch nicht warm wird ums Herz, der kann notfalls umziehen ins Hotelzimmer (Doppelzimmer ab 82 € inklusive Frühstück).

Fruehblueher-Teichhof

Das Gegenprogramm bietet der Teichhof auf Fehmarn: Wer hier dieser Tage urlaubt, sucht sich am besten einen Platz direkt hinter dem Deich. Denn der Wind pfeifft eisig über die Ostsee. Die liegt dafür aber direkt vor dem Zeltausgang. Das Publikum ist gemischt: Einige Dauercamper könnten hämisch aus ihrem Wohnwagenfenster winken, wenn ihr klappernd aus der Dusche zum Zelt zurücklauft…

Fruehblueher-Solling

Cool Camping mit Heizung bietet das Baumhaushotel Solling, wenn auch mit steilen Preisen: Wer warm in den Wipfeln des Sollings schlafen möchte, der muss pro Nacht mehr als 120 € anlegen. Dafür gibt´s jeden Morgen Frühstück direkt an die Baumhaus-Treppe. Nicht zu empfehlen ist derzeit allerdings das “Baumtraum”-Haus: Bei Nachtfrost wird der Weg auf die Toilette über eine aufregend-wackelige Hängebrücke schon mal zum eiskalten Albtraum.

Frueblueher-Mio

Stan Olgers bietet zwei Dinge, die Campern bei Eiseskälte das Leben leichter machen: Seine Toiletten und Duschen haben Fußbodenheizung (erwärmt durch Biogas). Und: Er bekocht die kalte Camperseele mit fantastischen Kreationen aus seiner Essenswerkstatt. Vorliebe: Indonesische Küche, mit Soto Ajam (javanischer Hühnersuppe) und Gado Gado (Gemüsevielfalt mit Erdnusssauce). In Ottendorf (Sachsen) betreibt Stan zusammen mit seiner Ehefrau Birgit Fischer “MiO Minicamping – Made in Ottendorf”. Die perfekte Basis für Ost-Entdecker mit Weimar, Leipzig, Erfurt und Chemnitz nahebei.

Frueblueher-Muellerwiese

Und schließlich: Die wunderschöne Müllerwiese im Schwarzwald. Sie hat bereits seit 15. März für Camper geöffnet – ein toller Ausgangspunkt für die ersten Wanderungen des Jahres. Und wen die Kälte geschafft hat, der wärmt das Herz danach mit Schwarzwälderkirschtorte.

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