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Reisen zu wilden Tieren

Deutschlandsafari2Cool Camping hat ein Geschwisterchen bekommen: “Deutschlandsafari” – ein Kandidat für die Bulli-Bordbibliothek. Ralf Storch nimmt uns auf 15 Reisen zu wilden Tieren. Und wie wild sie sind – Wildpferde, Kraniche, Wisente, Robben, Murmeltiere – und Störche:

“Als wir gerade vor einer Scheune mit besonders großem Horst stehen, kommt ein Storch angesegelt, landet auf dem Rand des Nestes, wirft den Kopf so weit zurück, dass sich die Brustfedern sträuben, und fängt an, laut mit dem Schnabel zu klappern. Der andere Storch im Nest stimmt mit ein. Minutenlang klappern die beiden im Duett. Weil Störche von Natur aus nicht besonders gut bei Stimme sind, haben sie sich ebens aufs Schnäbelklappern als Kommunikationsmittel verständigt.”

Noch Fragen? Ralf beobachtet mit Adleraugen (Tiermetapher!). Und er schafft es, nicht nur zu schildern, was er sieht. Er erklärt auch wunderbar, mit dieser leichten Prise Ironie und zarter Vermenschlichung, die unsere wilden Freunde in Wäldern und Feldern etwas nahbarer macht.

Auf den ersten Blick mögen manche seine Ausflüge nicht besonders spektakulär finden: Für seine Safaris braucht Ralph weder Bärentöter noch Moskitonetz. Weil er sich aber Zeit nimmt, schreibt er Geschichten, die Lust machen auf die eigene Expedition – auf die Hallig Hooge zum Beispiel (hat auch einen grandiosen Campingplatz), oder zu den Großtrappen im Havelland. Ralf Storck – irgendwo zwischen dem deutschen Crocodile Dundee und Heinz Sielmann, lesenswert, und eine tolle Anregung für Familienausflüge zu den wilden Tieren dieser Republik.

Deutschlandsafari1

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Wildwest in Südwest

Hopfenburg-6quer

Was Michael Zöller und Andreas Hartmaier sich vorgenommen hatten, war eigentlich unmöglich: Ein großer Campingplatz in einer touristisch eher schwach erschlossenen Region, gleich neben einem riesigen, heute verlassenen Truppenübungsplatz, der die Gemeinde Münsigen über Jahrzehnte ernährte. Aber nicht irgendein Campingplatz: Ihrer sollte naturnah und umweltfreundlich sein, dazu integrativ und behindertengerecht. Und er sollte fantasievoll sein und seine Gäste mit vielen unterschiedlichen Dächern über den Köpfen begeistern. Es hat geklappt: Das Hofgut Hopfenburg verzaubert heute Camper auf der Schwäbischen Alb.

Hopfenburg-7Zum ersten Mal trafen sich Andreas und Michael, als die Not schon groß war. 2006 sollte der Truppenübungsplatz Münsingen schließen: Die Sperrzone, so groß wie ein Landkreis, war Schandfleck und Herz der Region zugleich. In einem Bürgerforum setzten sich die Münsinger zusammen, um über die Zukunft zu sprechen. Andreas ist Architekt aus dem Ort und wollte die heimische Wirtschaft retten, Michael Mitglied des Naturschutzbundes Deutschland – er wollte eher die Natur auf dem Truppenübungsplatz retten, die trotz (oder wegen) Beschuss über Jahre ungestört gedeihen konnte. Seltene Arten, verwunschene Ecken – ein Paradies für Naturfreunde.

Hopfenburg-3Als Andreas einige Jahre später entdeckte, dass mitten in dieser schönen Natur ein herkömmlicher Campingplatz entstehen sollte, schlug er Alarm. Der Bürgermeister hörte ihm zu und versprach zu helfen. Andreas machte sich auf die Suche nach einem anderen Gelände – und fand die Hopfenburg, einen großen Bauernhof am Rande von Münsingen, der zum Verkauf stand. Der Architekt und der Umweltschützer taten sich zusammen – und entwickelten ihren Traum von Campingplatz. Und sie setzten ihn um, fast ohne Abstriche vom Ideal. Ein Kraftakt.

Hopfenburg-2Sie hätten es sich leicht machen können, aber das ist nicht ihr Weg. Michael und Andreas pflanzten 500 Bäume auf den ehemaligen Wiesen des Hofes, die in einigen Jahren Schatten auf die Urlauber werfen sollen. Sie fuhren durch die Republik, um die schönsten Schäferwagen zu finden, noch dazu aus ökologischen Baumaterialien. Kein Styropor, keine Folie, jeder einzelne handgefertigt für das Hofgut. Lange suchten sie auch nach Jurten-Zelten. Sie fanden sie schließlich in einem Reisebericht aus Kirgisien. Seitdem lassen sie ihre Jurten in alter handwerklicher Tradition im Biosphärenreservat Issyk Kul von Normadenfamilien herstellen und per LKW auf die Schwäbische Alb bringen. Klar, dass auch die Tipis nach Originalvorlagen der Sioux-Indianer gefertigt wurden.

Hopfenburg-4Auch an den früheren Bauernhof erinnert heute noch einiges: Alte Tierrassen haben auf der Hopfenburg ein zu Hause. Flauschige Poitou-Esel zum Beispiel, die schwersten Esel der Welt. Oder Hinterwälder Rinder – drei an der Zahl, nämlich Babette, Bella und Silvester. Und rund 40 Waldschafe. Die alten Hofgebäude wie Scheunen oder Backhaus wurden restauriert und beherbergen heute Festsaal, Restaurant oder Hofladen.

Das Ergebnis ist eine Ferienanlage, der man die Mühe, den Einsatz, die Kraft der Macher in jeder Ecke anmerkt. Eine weite, leicht ansteigende, grüne Wiese, locker verteilt darin die Schäfer- und Zirkuswagen, Roulettes und Tuareg-Zelte. Die Jurten haben ein eigenes kleines Dorf am Fuß des sanften Hügels. Hopfenburg-1Oben, am Ende deer Wiese, thront das Tipi-Dorf: so, wie man es sich im Wilden Westen vorstellen würden. Mit einem Feuerplatz in der Mitte, darum im Halbkreis die erhabenen, weißen Indianerzelte. Es gelingt nur wenigen Plätzen in Deutschland, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Tipis nicht wirken, als seien sie vom Mond gefallen. Hier, auf der Hopfenburg, haben sie das geschafft.

2011 öffnete das Hofgut Hopfenburg für die Besucher. „95 Prozent der Menschen, die zu uns kommen, sind nett,“ mein Michael. Dass sie diese Gäste für die Natur begeistern können, dass sie ihnen ihre Heimat nahebringen, das entschädigt sie für manch schlaflose Nacht. „Für alles und jedes brauchten wir ein Gutachten – Lärm, Umweltverträglichkeit,“ erinnert sich Andreas. Sie haben Kredite aufgenommen für ihren Traum. „Wenn wir gewußt hätten, was kommt – ich weiss nicht, wie wir uns entschieden hätten,“ sagt er. Heute bliebe ihnen nichts anderes übrig, als an ihre große Idee zu glauben.

Hopfenburg-5Wer über die Hopfenburg streift, der kann sich allerdings auch nichts anderes vorstellen, als dass dieser junge Urlaubsplatz ganz alt wird. Dass er viele Menschen anzieht und begeistert. Weil er einzigartig ist. So einzigartig wie die Menschen, die hinter ihm stehen. Die allen Mut zusammen nahmen und an sich und ihre Idee glaubten.

Den Zeltplatz auf der Hopfenburg gibt´s ab ab 7,85€ pro Nacht, zusätzlich zahlen Erwachsene 7,20€, Kinder ab 3 Jahren 4€. Schäferwagen für zwei Personen kosten 41€, das Tipi für 4 Personen 46€ pro Nacht, plus Endreinigung und Bettwäsche.

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Zelturlaub in der Hölle

Maurus2Irgendwann am frühen Abend verschwindet Ewald Maurus in der großen, braunen Holzscheune. Auf der grünen Wiese um ihn herum qualmen noch die Holzkohlegrills, Kinder flitzen mit Kulturtasche zum Klo. Dann geht das Scheunentor weit auf, und Ewald kurbelt. Kurbelt und kurbelt. Er steht vor einer Kraftmaschine aus rostbraunem Stahl, „Hanomag Hannover“ steht darauf – ein alter, ein sehr alter Traktor. Er reagiert auf das Kurbeln wie ein Riese, der nach jahrhundertelangem Tiefschlaf nur langsam, sehr langsam erwacht. Wenn überhaupt.

Maurus1Poch. Pause. Poch poch. Pause. Der wird nie fahren, denken wir. Poch. Pause. Und dann: Poch poch poch. Die Kinder jubeln. Applaus. Ewald klettert auf den Bock, rollt aus der Scheune heraus und kurvt über den Campingplatz. Keine Reifen, sondern Räder aus Holz und Stahl. Der Hanomag rumpelt und pumpelt, und obendrauf thront Ewald. Ein Rattenfänger auf Rädern: Ihm folgen die Campingkinder, je nach Alter schon Schlafanzügen oder noch in Bademänteln oder T-Shirts. Ein Freunden-Umzug kreuz und quer über den Campingplatz.

Maurus5Dieser Ewald Maurus hat einen besonderes Fleckchen Campingfrieden geschaffen zwischen Kempten und Wangen. Eine schmale Straße schlängelt sich in ein weites Tal. Autos müssen bremsen, wenn sie sich begegnen. Dann geht es über eine kleine Brücke und einen Schotterweg hinein ins Paradies: grüne Wiesen unter tiefgrünen Tannen an den Hängen. Ein Paradies, das „Höll“ heisst, denn „In der Höll“ war in grauer Vorzeit der einzige Hof weit und breit, auf dem immer ein Feuer brannte. Hierher kamen die Bauern der Umgebung, wenn ihr Feuer ausgegangen war. Sogar die alten German sollen “in der Höll” schon ein ewiges Feuer bewacht haben, das nie ausgehen durfte. Und auch die Menschen, die heute kommen, wollen sich wieder anstecken lassen von Ewalds ewigem Feuer: Sie suchen die Wärme der Gastfreundschaft, die Energie des einfachen Lebens fernab der Städte. Sie suchen Ruhe, Frieden und Natur – und finden alles „in der Höll“.

Maurus4Als Ewald den Hof in den 90er Jahren von seinem Vater übernahm, da lebte die Familie mehr schlecht als recht, halb vom Allgäuer Braunvieh, halb von den Urlaubern, die im Sommer kamen. „Ich bin mit Gästekindern und Kühen groß geworden“, erzählt Ewald. Doch mit Milchvieh ließ sich nur noch Geld verdienen, wenn die Bauern ihre Herden größer und größer machten. Ewald schlug einen anderen Weg ein: Er machte aus der „Höll“ den Ferienhof Maurus.

Maurus3Noch immer hält er ein paar Kühe – aber vor allem, damit Campingkinder die Kälber morgens klatschend auf die Wiese treiben können. Und damit die Kuhglocken Tag und Nacht bimmeln, wie es sich im Allgäu gehört: Das Wellenrauschen der Berge begleitet Camper in ihre Träume. Außerdem hält Ewald eine wunderbar störrische Ziege, die von den Zeltgästen am Strick auf ihre Weide gezerrt wird, und einige Enten, die auf Kinderkommando morgens vom Häuschen ins Freie und abends zurück wechseln. Ewald hat eine Bauernhof-Idylle erhalten, ein kleines Stückchen Landwirtschaft, wie sie früher einmal war.

Wenn die Kinder morgens alle Hofbewohner gefüttert haben, dürfen sie manchmal auf den Ponys reiten. Oder Ewald nimmt sie mit auf eine Treckertour. Und das war´s: Mehr Programm gibt es nicht bis zum Abend, wenn die Tiere wieder in die Ställe gebracht werden. Eltern und andere kindertolerante Camper genießen derweil die Weite des Tals, die Ruhe. Kaum Autos, kein Lärm: zurück zu den Wurzeln.

Maurus6Zwei Dutzend Bullis, Zelte, Wohnwagen oder -mobile haben Platz auf dem Ferienhof Maurus. Sie stehen in zwei Reihen auf einer festen, grünen, heringfreundlichen Wiese. Die vorderen Plätze unter den Bäumen haben viel Schatten. In der zweiten Reihe kann´s schon mal wärmer werden. Am Ende der Wiese fließt die Obere Argen vorbei, ein Bächlein, das sich wunderbar aufstauen lässt, in dem man planschen und waten kann.

Es wird nicht langweilig auf diesem kleinen Fleckchen Erde. Ewald hat die richtige Balance gefunden zwischen Ferien- und Bauernhof, zwischen Gastgeber und Rattenfänger. Meistens sieht man ihn gar nicht. Aber manchmal überrascht er alle, mit seinem alten Hanomag zum Beispiel, den er plötzlich, an einem milden, schönen Sommerabend, aus der Scheune rollt.

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